WeltRisikoBericht

Wie hängt das Katastrophenrisiko eines Landes mit der gesellschaftlichen Situation zusammen? Welchen Einfluss haben Faktoren wie Regierungsführung, Qualität des öffentlichen Gesundheitssystems, Umweltsituation und Bildungsniveau auf die Gefährdung eines Landes durch Naturkatastrophen? Der WeltRisikoBericht versucht, Antworten auf diese Fragen zu geben. Der WeltRisikoBericht enthält den, vom Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen erstellten WeltRisikoIndex. Der Index gibt für 171 Länder weltweit das Risiko an, Opfer einer Katastrophe in Folge von extremen Naturereignissen zu werden.


Einzelne Faktoren werden in jährlichen Schwerpunktthemen analysiert, bisher:
2015 "Ernährungssicherheit"

2014 „Risikoraum Stadt“

2013 „Gesundheit und medizinische Versorgung“ 

2012 „Umweltzerstörung und Katastrophen“ 

2011 „Regierungsführung und Zivilgesellschaft“

WeltRisikoIndex 2015

Wo auf der Welt ist das Katastrophenrisiko am größten? Wo also treffen Naturgefahren auf eine verwundbare Gesellschaft? Der WeltRisikoIndex identifiziert die Hotspots des Katastrophenrisikos in Zentralamerika, im südlichen Sahel, in Südostasien und Ozeanien – auffallend oft liegen Länder mit hohem oder sehr hohem Risiko in der Nähe des Äquators. Eine hohe Exposition gegenüber Naturgefahren ist ein deutlicher Risikotreiber, wie das Beispiel Japans zeigt. Aufgrund seiner Exposition (die vierthöchste weltweit) liegt Japan in der Klasse mit sehr hohem Katastrophenrisiko (Rang 17 weltweit), obwohl das Land aufgrund seines sehr guten Entwicklungsstandes nur eine sehr geringe Vulnerabilität aufweist (der fünftzehntbeste Wert weltweit). Das Gegenbeispiel: Liberia. Das westafrikanische Land hat zwar nur eine geringe Exposition (Rang 113 von 171 Ländern), doch aufgrund der sehr schlechten wirtschaftlichen und sozialen Situation ist Liberia extrem verwundbar – wie auch die Ebola-Epidemie 2014/2015 in dramatischer Weise gezeigt hat. Liberia liegt auf Rang 6 im weltweiten Vulnerabilitätsvergleich. Das Ergebnis: ein hohes Katastrophenrisiko (Rang 57 weltweit). Beim Blick auf die Tabelle sticht heraus, dass unter den 15 Ländern mit dem höchsten Risiko weltweit gleich sechs Inselstaaten vertreten sind – und auch die übrigen neun am Meer liegen. Dadurch sind sie dem Meeresspiegelanstieg, Wirbelstürmen und Überschwemmungen in besonderem Maße ausgesetzt.

Ernährungssicherheit

Im Jahr 2030 wird es keinen Hunger mehr geben. Für die 795 Millionen Menschen weltweit, die 2015 massiv unterernährt sind, ist dieses Versprechen eine gute Aussicht. Die Staats- und Regierungschefs von über 150 Ländern haben sich im September 2015 darauf festgelegt: „Null Hunger“ ist eines der 17 Ziele, die beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel in New York verabschiedet wurden. In einer Welt ohne Hunger würde es weniger Katastrophen geben. Denn Ernährungssicherheit und Katastrophenrisiko beeinflussen sich wechselseitig in erheblichem Ausmaß, wie der WeltRisikoBericht 2015 mit dem Schwerpunktthema „Ernährungssicherheit“ zeigt.

Download der WeltRisikoBerichte

2011 – 2015